Grünholz – was ist das eigentlich?

„Grünes Holz“ steht hier für frisch geschlagenes Holz. Es läßt sich mit Handwerkzeugen wie dem Ziehmesser oder der Axt sehr viel leichter bearbeiten als getrocknetes Holz. Meine Grünholzstühle werden wie einst komplett in Handarbeit gefertigt. Nur von Hand lassen sich die Stuhlteile aus dem frischen Stammabschnitt herausspalten und nur gespaltene Teile haben auch bei geringsten Durchmessern eine solche Stabilität.

Erster Arbeitsschritt: Der Stamm wird „abgelängt“ auf die Länge der längsten Stuhlteile.

Im nächsten Schritt werden die Abschnitte in weiter bearbeitbare Teile gespalten.

Die so gewonnenen Rohlinge werden auf der Ziehbank bearbeitet.

Die Teile aus diesem ersten Abschnitt der Fertigung eines Grünholzstuhles werden nun getrocknet – hier die Lehnenbretter und Sprossen.

Grünholzstuhl – Teil 2

Im nächsten Schritt werden weitere Teile aus frischem Holz gespalten – nun die der hinteren und vorderen Pfosten. Um die hinteren Pfosten zu biegen, werden sie nach der Bearbeitung auf der Ziehbank gekocht, um sie formbar zu machen.

Kochen der Stuhlpfosten über offenem Feuer

„Geschmeidigmachen“

Wenn die Teile ausreichend weich sind,werden die Hinterpfosten des Grünholzstuhles zunächst „geschmeidig gemacht“. Dabei ist viel Gefühl vonnöten! Wenn nur eine Faser aus dem Verbund bricht, ist das Stück Grünholz dahin.

Bis die Grünholz-Teile geschmeidig sind, braucht es Zeit, Gefühl und viel Erfahrung.

 Formgebung

Wenn diese Hürde des „Geschmeidigmachens“ erfolgreich genommen ist,werden die Grünholzteile in einfache Formen zum Abkühlen und Trocknen gespannt.

Einfache Formen bestimmen das spätere Aussehen der Stuhlbeine

Zusammenbau aller Einzelteile

Die Einzelteile des Grünholzstuhles werden nun noch mit dem Schweifhobel geputzt und zusammengebaut. Hierzu werden die trockenen Teile (Sprossen & Lehnenbrettchen) in die noch feuchten Pfosten eingezapft. Durch das „Schwinden“ der Pfosten entstehen extrem stabile Verbindungen – dies ist das Grundprinzip der Herstellung von Grünholz-Möbeln.

Hier sieht man schon die halbfertigen Stühle

Nun werden noch die restlichen Teile zusammengefügt.

So, der Grünholzstuhl ist fast fertig!

Jetzt wird noch eine Bespannung aus Shakerband oder Leinengurt angebracht und der Grünholzstuhl ist komplett. Faszinierend ist seine Leichtigkeit. Trotzdem ist er sehr robust. Die Öko-Bilanz ist auch gut, da (fast) alles von Hand gemacht ist und der Rohstoff aus der direkten Umgebung stammt. Die fertigen Ergebnisse können sich sehen lassen: